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Meera und Henry ziehen in ihr Traumhaus, das Henry für sie entworfen hat. Dann wird eines Nachts bei den beiden eingebrochen und es gibt einen Toten. Meera ist anschließend traumatisiert, fühlt sich sowohl in dem Haus als auch in der naheliegenden Kleinstadt, in der sie und ihr Mann neu sind, nicht mehr wohl. Denn Meera wird den Verdacht nicht los, dass dort irgendetwas nicht stimmt und die Menschen möglicherweise nicht so sind, wie sie vorzugeben scheinen. Doch kann sich Meera nach dem Trauma des Einbruchs überhaupt noch auf ihre eigene Einschätzung verlassen? Sie beginnt, Nachforschungen anzustellen. Recht schnell wird ihr jedoch deutlich gemacht, dass Schnüffler in dem Ort, in dem bereits mehrere Personen vermisst werden, nicht erwünscht sind.
Regie: Adam Salky
Drehbuch: Chris Sparling
Schnitt: Ben Baudhuin
Kamera: Eric Lin
Darsteller*innen: Freida Pinto, Logan Marshall-Green
Produktionsjahr: 2021
Land: USA
Sprache: Englisch
Länge: 1h33min
Genre: Thriller

Trautes Heim, Glück zu zweit. Ein Motto, welches den Alltag des bereits zwölf Jahre verheirateten Ehepaares Meera (Freia Pinto) und Henry Parsons (Logan Marshall-Green) grundgestalten soll. Nach einer schweren Phase in ihrem gemeinsamen Leben, entscheiden sie sich für einen Neuanfang in Form eines Tapetenwechsels. Dank Henrys professioneller Hintergründe als erfolgreicher Bauunternehmer und Ingenieur realisiert sich das Pärchen eine hübsch eingerichtete und mit moderner Architektur aufbereitete Residenz im Radius einer abgelegenen Kleinstadt. Die eingekehrte Ruhe um ihr Dasein soll jedoch nicht von langer Dauer sein, denn völlig uncharakteristisch zeigen sich eines Abends Spuren eines gezielten Einbruches inmitten der überschaubaren und ereignislosen Vorortidylle. Was zuerst wie ein harmloser Diebstahl wirkt, offenbart schon bald ein dunkles Geheimnis.

Netflix liebt seine Home Invasion-Thriller. StillDas SpielSecret ObsessionOpen HouseMercy…die Liste wird länger und länger. Das Prinzip Qualität vor Quantität stellt bekannterweise schon seit geraumer Zeit keine Maxime mehr dar, derer der Streaminggigant sich beugt. Während die Liste länger und länger wurde, wurden die Filme immer vergessenswerter und vergessenswerter. Die heiß ersehnte Ausnahme dieses Teufelskreises bietet der aktuellste Film des Subgenres aus der hauseigenen Produktion leider nicht. Intrusion startet wie jeder besagter Filme verheißungsvoll und spannend. Letztlich ist es die Ausgangslage trotz abertausender Wiederholung auch immer wieder aufs Neue — spannend.

Es ist nun mal ein furcherregendes Horrorszenario, vor dem es jedem graut. Das unangekündigte Eindringen eines Fremdkörpers in dein Hab und Gut. Wäre diese Urangst nicht in einem jeden von uns verankert, hätten es die Erfindungen von Schloss und Riegel schließlich nie auf den Markt geschafft. Mit diesem Element spielen ironischerweise die wenigsten Thriller, sie starten nicht mal einen Versuch. Übergeordnet zum packenden Realismus des Konzeptes steht eine wendungsreiche Geschichte. So verzichtet auch Intrusion auf eine gemäße Inszenierung des schauderhaften Zustandes und setzt stattdessen auf die Karte der Überraschung. Schade nur, dass jene sich überhaupt nicht in seinem Deck befindet.

Der Film kommt nicht ohne seine narrativen Feinheiten daher, doch bricht ihm der eigene Antrieb im Endeffekt das Genick. Intrusion will das Publikum zur Teilhabe verführen, ihm Hinweise und somit eine valide Chance geben, des Rätsels Lösung aus eigener Hand zu entdecken. Intrusion überfüttert sein Publikum jedoch direkt mit Tipps, die Mestung ist nach zwei Bissen erreicht. Die große Überraschung, welche die Storyline gerne parat halten würde, ist alles andere als das, dies mit jeder verstreichenden Minute immer stärker. Auch wenn er während des Prozesses des Schauens bis auf vereinzelte aber zu verschmerzende Plot-Holes in seiner souveränen Konnektivität recht leichtfüßig fortschreitet und einen allgemein okayen Spannungsgrad in Relation zur knappen Laufzeit aufstellen kann, stinkt er in der Retrospektive während des Abspanns umso mehr ab.

Dass Intrusion wahnsinnig schlecht geschrieben und inszeniert ist, macht sich permanent bemerkbar. Wirklich ärgern tut dies aber erst, wenn er sich dem Ende neigt. Der Aufbau mitsamt der Beziehung der Figuren und deren Zeichnung, die Abfolge von erzwungenen Scares und Fragezeichen in der Handlung und die bereitwillige Zurschaustellung zentraler Plot-Devices, nur um die ZuschauerInnen kurz darauf vergeblich in falsche Sicherheit wiegen zu wollen, sind allesamt Facetten eines Mystery-Thrillers, der weder weiß, was er zu erzählen hat, noch wie wenig in dieser blassen Geschichte summa summarum wirklich steckt.

Wem sollte man Intrusion also nun empfehlen? Fans des Subgenres, privaten Hobbydetektiven oder doch nur Leuten, die noch nie zuvor jemals einen Film gesehen haben und hiervon tatsächlich gefesselt und überrascht werden könnten? Nicht mal letzterem lässt sich für Intrusion zustimmen, da es dann wieder so viele andere Thriller desselben Metiers gibt, die wesentlich sehenswerter sind. Das zu Beginn definierte Setting symbolisiert Intrusion in seiner Gänze — überschaubar und ereignislos. Bis auf eine tolle Kamera und die solide Arbeit von Freia Pinto und Logan Marshall-Green in den Hauptrollen hat Intrusion kein überzeugendes Resümee. Er ist alles in allem genauso charakterlos wie seine Auflösung. Und das soll bei dieser immensen Vorhersehbarkeit und Nüchternheit schon etwas heißen.

INTRUSION IST SEIT DEM 22. SEPTEMBER 2021 AUF NETFLIX VERFÜGBAR

4.0
Punkte