SynopsisCrewDetails
Im Jahre 10191 entbrennt ein gigantischer Machtkampf um die Vorherrschaft über das Galaktische Imperium der Menschheit: Aus diesem Grunde schickt der kosmische Imperator Shaddam IV. Fürst Leto auf den unwirtlichen Wüstenplaneten Arrakis, wo monströse Sandwürmer leben, die eine mentale Droge – das Spice – produzieren.
Regie: Denis Villeneuve
Drehbuch: Eric Roth, Frank Herbert, Denis Villeneuve, Jon Spaihts
Schnitt: Joe Walker
Kamera: Greig Fraser
Schauspieler*innen: Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Zendaya, Jason Momoa, Stellan Skarsgård, Josh Brolin, Javier Bardem, Dave Bautista
Land: USA
Sprache: Englisch
Jahr: 2021
Länge: 2h35min
Genre: Sci-Fi, Fantasy, Adventure, Thriller,

Mit einigen Monaten Verzögerung hat Dune nun endlich den Weg in die deutschen Kinos gefunden. Frank Herberts Meisterwerk von einem Roman wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach vergeblich in die Welt des Bewegtbilds adaptiert, doch nie standen die Zeichen so gut, wie in diesem Fall. Angefangen beim Regisseur und dem Rest der Crew, bis hin zum unglaublichen Cast. Sowohl Masse, als auch Klasse. Doch worum geht es eigentlich in Dune?

Paul Atreides (Timothee Chalamet) ist der Sohn des Herzogs Leto (Oscar Isaac) und dessen Konkubine Lady Jessica (Rebecca Ferguson), einer Bene Gesserit Hexe. Da letztere ihren Sohn in den Techniken der Bene Gesserit ausbildet, kommt der Verdacht auf, dass es sich bei ihm um den Kwisatz Haderach, den Auserwählten, handeln könnte.
Das Haus Atreides bekommt die Herrschaft über den Planeten Arrakis zugeschrieben, auf welchem lange Zeit das Haus Harkonnen eine Schreckensherrschaft verübte. Auf Arrakis wird die Spice Melange gewonnen, der wertvollste Rohstoff des Universums und gleichzeitig eine abhängig machende Droge.
Doch nicht alles auf Arrakis verläuft nach Plan und so sieht sich das Haus Atreides schon bald einigen Gefahrenen gegenübergestellt.

Gleich zu Beginn des Films wird man mit Namen von Figuren, Häusern, Orten und noch vielem mehr überhäuft. Dune ist ein inhaltlich riesiges Werk, welches gleichermaßen kompliziert und perfekt durchdacht ist. Villeneuve lässt sich Zeit, all die Elemente seiner auf die Leinwand gebrachten Welt mit Ruhe dem Publikum nahezubringen. Selbstverständlich bedarf es dazu einer Menge Exposition, welche mal mehr und mal weniger subtil ausfällt, jedoch stets interessant und nie unnötig erscheint. Wir dürsten nach mehr Informationen über die Welt von Dune und man merkt den Köpfen hinter dem Film die Freude daran, uns Zuschauer:innen Teil des Ganzen werden zu lassen, an. 

Faszinierend ist aber nicht nur die Welt dieses gigantischen Werks, sondern auch seine Figuren. Angefangen bei Paul, dem Auserwählten. Ein Portfolio, welches durchaus spannender klingen könnte. Doch bleibt es nicht bei einer einfachen Maske, denn die von Timothee Chalamet (Call Me By Your Name) verkörperte Figur ist innerlich zerrissen, überfordert von der Last auf seinen Schultern und den stetigen Visionen, die sich nicht selten bewahrheiten. Rebecca Ferguson (Doctor Sleep) verkörpert indes die nicht minder komplexe Lady Jessica, welche von Zweifeln und Ängsten geprägt und nach ihrem Sohn die wohl wichtigste Komponente dieses Films ist. Doch auch der Rest des Hauses Atreides hat selbstverständlich seine Daseinsberechtigung. Angefangen bei Herzog Leto, über Gurney Halleck (Josh Brolin) und Duncan Idaho (Jason Momoa), bis hin zu Thufir Hawat (Stephen Mckinley Henderson). Die Chemie all dieser Figuren untereinander ist sagenhaft, wodurch das Gefühl einer langen Freundschaft und/oder Zusammenarbeit zu jeder Sekunde authentisch daherkommt. 

Dann wären da natürlich noch die Fremen, Bewohner des Planeten Arrakis, welche sich die gefährliche, von Sandwürmern besetzte Wüste zu ihrem Heim gemacht haben. Von ihnen wird uns nur ein kleiner Ausschnitt präsentiert, wodurch Darsteller:innen wie Javier Bardem (No Country for Old Men) oder Zendaya (Spiderman: Far From Home) noch kaum Screentime erhalten. Selbiges gilt für die Gegenspieler des Hauses Atreides, die Harkonnens. Auch Stellan Skarsgard (Thor) oder Dave Bautista (Guardians of the Galaxy) sind nicht in der Fülle zu sehen, wie es sich der/die ein oder andere sicherlich gewünscht hätte.

Doch das ist kein Problem, denn wie eine Figur gegen Ende verlauten lässt, ist dies erst der Anfang. Der Anfang einer langen Reise, die definitiv das Potenzial in sich trägt, mit Stoffen wie Herr der Ringe, Game of Thrones oder Star Wars mitzuhalten. Epische Bilder kreiert Villeneuve in zusammenarbeit mit Kameramann Greig Fraser (Rogue One: A Star Wars Story) ohnehin schon. Der Wüstenplanet Arrakis wird vielleicht nicht so farbenfroh eingefangen, wie die Landschaften in Star Wars, Blade Runner 2049 oder Mad Max: Fury Road, doch das muss sie auch gar nicht. Arrakis zeichnet nicht die Schönheit, sondern die Tristesse aus, welche durch die lange Schreckensherrschaft der Harkonnen allgegenwärtig ist. Dies hält Fraser natürlich nicht davon ab, wunderschöne Aufnahmen auf die Leinwand zu zaubern, welche durch das stets makellose CGI ergänzt werden. Abgerundet wird das Ganze durch den hervorragenden Score von Hans Zimmer (Inception), welcher mal wieder sein Bestes gibt und eine Klangkulisse erzeugt, die ihresgleichen sucht. 

Falls man jetzt völlig überfordert von all den Namen und Orten in Dune ist, ist das vollkommen in Ordnung. Macht euch selbst ein Bild von diesem Meisterwerk und schreckt nicht davor zurück, diesen Film auch noch ein zweites Mal auf der großen Leinwand zu erleben, weil man das Werk in seiner ganzen Fülle noch nicht beim ersten Mal erfassen konnte. 

Abschließend bleibt also nur noch eines zu sagen:
Dune ist DAS Kinoerlebnis des Jahres.

DUNE IST SEIT DEM 15. SEPTEMBER 2021 IN DEN DEUTSCHEN KINOS

10.0
Punkte